veröffentlicht am Freitag, 7. März 2025
„Alles, woran man glaubt, beginnt zu existieren.“ Ilse Aichinger
Magdeburg. Im Herzen der Stadt, wo sich einst die Ulrichskirche eng umbaut aus einer über viele Jahrhunderte gewachsenen Stadtstruktur erhob, soll nun ein Haus für alle Bürger und Gäste dieser Stadt entstehen: Das Bildungs- und Kulturzentrum Magdeburg.
Mit dem Stadtratsbeschluss Nr. 1181-040(VII)21 wurde die Oberbürgermeisterin beauftragt, für die Umsetzung des in diesem Zusammenhang entwickelten Raum- und Funktionskonzeptes einen geeigneten Standort für ein derartiges Gebäude im Stadtzentrum zu suchen und dem Stadtrat einen Vorschlag zu unterbreiten.
Bereits 2023 haben Heike Thal, Hans Graßhoff und Uwe Thal als Projektgruppe „BKZ Magdeburg“ diese Idee aufgegriffen und auf Grundlage der Nutzungsabsichten, bei dem Stadtbibliothek und Volkshochschule den Kern bilden, einen Entwurf erarbeitet, der viele weitere Funktionen integriert, um Synergien für eine logische Verflechtung von Bildung und Kultur zu nutzen, die das gesamte Gebäude durchlaufen.
Warum soll das aber nun gerade an diesem Ort geschehen, auf einer Grünfläche inmitten der Stadt? Nicht nur seit der Veröffentlichung des Konzeptes in der Magdeburger Volksstimme Anfang Dezember 2024, sondern schon seit über 15 Jahren steht der Platz, durch die Absicht des 2007 gegründeten Kuratoriums Ulrichskirche e.V. hier an historischer Stelle die Kirche St. Ulrich und Levin wiedererrichten zu wollen, im Fokus der öffentlichen Diskussion.
Dem Neubau der Kirche war 2011 durch die Bürgerschaft mehrheitlich eine Absage erteilt worden. Dennoch ist der Gedanke, dass die Stadt im Bewusstsein ihrer bedeutenden Substanz in Zukunft neue Wege gehen muss, nicht aufgegeben worden. Die unter der Grünfläche schlummernden Reste der einstmals so stolzen Bürgerkirche zu erschließen und durch sinnvolle Ergänzung eine Nutzung als bauliches Denkmal, als Ort der Erinnerung oder auch als geistlicher Raum zu ermöglichen, ist eine städtebauliche und kulturelle Chance, die sich nunmehr mit der Integration in den Neubau des Bürger- und Kulturzentrums eben nur an diesem Ort bietet, der dadurch einmalige Bedeutung erlangen oder besser zurückgewinnen kann.
Werden Sie Teil dieser Vision und lassen Sie uns diese gemeinsam verwirklichen! In seiner Art kann das Gebäude als Solitär – modern, klimaneutral, vertikal und horizontal grün – ein unverwechselbares Unikat sein. Aber in erster Linie ein zentrales städtisches Haus für Begegnung, Kommunikation, Lernen, Bildung und Verweilen. Der Standort ist ideal für Jung und Alt erreichbar. Fahrradabstellplätze in unmittelbarer Nähe der Gebäudezugänge und eine Tiefgarage bieten genügend Platz, um das zu erwartende Verkehrsaufkommen am Standort unterzubringen.
Das ökologisch intelligente Haus wird als erstes Haus in der Stadt die Natur integrieren, d. h. Wasser soll aufgefangen, gespeichert und bedarfsgerecht der Umwelt wieder zugeführt werden. Das Bürgerhaus bietet als städtisches Haus die Möglichkeit zukunftsweisend neue Technologien der Nutzung alternativer Energiequellen aufzuzeigen und kann damit ein signifikantes Pilotprojekt für klimagerechtes Bauen sein.
Alle Bürger der Stadt sind zu der ersten öffentlichen Präsentation des Architekturmodells am Samstag, den 8. März 2025 ab 11 Uhr im neugestalteten Shop MagdeBunt Grünhaus Magdeburg Leiterstraße 2 eingeladen, um dem Projekt näherzukommen, sich damit auseinanderzusetzen und eigene Ideen einzubringen. Die Projektinitiatoren stehen für Gespräche zur Verfügung und informieren über aktuelle Entwicklungen. Im Rahmen der Präsentation freuen wir uns Sie auch zur Vernissage der Ausstellung von Werken der Berliner Künstlerin Irina Schiwon begrüßen zu dürfen.
Text & Entwurf: Projektgruppe BKZ Magdeburg