veröffentlicht am Samstag, 1. März 2025
Magdeburg. Das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e. V. nahm den erneuten gewaltsamen Übergriff auf minderjähriges Mädchen mit tiefer Bestürzung in Kenntnis. Ein 12-jähriges Mädchen mit syrischer Biografie wurde am vergangenen Sonntag in Magdeburg durch zwei Personen mit Messer angegriffen und verletzt. Die Beschädigte musste zwei Tage lang im Krankenhaus behandelt werden.
„Wenn Minderjährige Ziel rassistischer Gewalt werden, bin ich total fassungslos“, sagt Mamad Mohamad (Foto), Geschäftsführer des LAMSA.
Doch ist dieser Vorfall kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten hat die LAMSA-Beratungsstelle gegen Rassismus und Diskriminierung bereits 35 Fälle rassistischer Angriffe in Magdeburg dokumentiert. Die Zahl der Übergriffe ist somit unverhältnismäßig gestiegen.
„Werden Kinder und Jugendliche von rassistischen Angriffen betroffen, ist das Leid für die Betroffenen und ihre Familien unerträglich“, so Mohamad weiter: “Der Ausmaß der Gewalt ist aktuell furchterregend. Wir bangen mittlerweile um Menschenleben.“
Die Erfahrungen aus den NSU-Mordserie und dem Anschlag in Hanau sind noch immer bei Menschen mit Migrationsgeschichte sehr präsent. Trotz dieser schrecklichen Ereignisse in der deutschen Geschichte scheint sich wenig an der bitteren Realität für Betroffene von rassistischer Gewalt geändert zu haben. „Wann wollen wir endlich handeln?“ fragen sich zahlreiche Vertreter aus den Communities, die sich um die Betroffenen kümmern.
LAMSA fordert sofortige und konsequente Maßnahmen zum Schutz Betroffener, eine klare Positionierung der Politik gegen rassistische Gewalt und ein entschiedenes Vorgehen gegen rechtsextreme Strukturen. „Es darf nicht bei Betroffenheitsbekundungen bleiben – es braucht jetzt Taten!“, sagt Mohamad unmissverständlich.
Über das LAMSA: Das Landesnetzwerk (LAMSA) vertritt die politischen, wirtschaftlichen und sozialen, sowie kulturellen Interessen der Menschen mit Migrationsgeschichte auf Landesebene. Es versteht sich als deren Fürsprecher und steht gegenüber der Landesregierung, allen migrationspolitisch relevanten Verbänden, Institutionen und weiteren Migrantenorganisationen in anderen Bundesländern als Ansprechpartner zur Verfügung. Derzeit sind 110 Organisationen und Einzelpersonen unterschiedlicher Herkunft, kultureller Prägung sowie religiöser Zugehörigkeit im LAMSA vertreten.
Text: Geschäftsführer des LAMSA e.V.
Foto: Alisa Sonntag