Veröffentlicht am 29. November 2024
Wo: Schauspielhaus, Kammer 2
Der Regisseur Georg Schütky begibt sich mit den Mitwirkenden der inklusiven und generationenübergreifenden Produktion „Heimkehr der Vorfahren“ auf eine musikalisch-performative Reise auf Basis des gleichnamigen Science-Fiction-Romans von Eberhardt del’ Antonio. Wie wird es einem Menschen nach 300 Jahren Aufenthalt im Weltraum ergehen, wenn er zur Erde zurückkehrt? Wer sind die Geschöpfe, die nun den Planeten bevölkern? Wird es dem Menschen gelingen, seinen Platz zu finden? Letztmalig steht diese Produktion Sonnabend, 30.11., und Sonntag, 1.12., jeweils 19.30 Uhr, auf dem Programm im Schauspielhaus.
„Heimkehr der Vorfahren“ heißt der Roman von Eberhardt del’Antonio, der 1966 in der DDR erschienen ist. Eberhardt del’Antonio wurde in erster Linie bekannt durch seine utopischen Romane, mit denen er ein Idealbild der Gesellschaft nach Vollendung des Sozialismus beschrieb. „Heimkehr der Vorfahren“ ist die Fortsetzung eines Zweiteilers, in der er von der Rückkehr einer Raumschiff-Besatzung auf eine radikal weiterentwickelte Erde erzählt.
Die Beschleunigung des Raumschiffs hat die Zeit auf der Erde viel schneller vergehen lassen als im Raumschiff, so dass die Expeditionsteilnehmer:innen nicht, wie sie glauben, nach 10, sondern erst nach 300 Jahren zurückkehren. Ihre Heimat ist inzwischen fremd geworden, sie passen nicht mehr wirklich in die veränderte Gesellschaft. Diesen Aspekt greift die Inszenierung auf und erzählt von Menschen, die sich nicht (mehr) gebraucht fühlen. Das wirft die Frage auf, wie mit Menschen umgegangen wird, die vielleicht ganz andere Begabungen haben. Aus diesem Ansatz heraus entstand die Idee, die Produktion inklusiv anzulegen. Das Theater Magdeburg hat dazu 10 Spielende der Pfeifferschen Stiftungen im Alter von 20 bis 70 Jahren eingeladen, darunter ein Teil des Ensembles der Theatergruppe „The Pipers“, die gemeinsam mit Ensemblemitgliedern der Bürger:innenBühne auftreten.
„Heimkehr der Vorfahren“ nach Eberhardt del’Antonio - eine Bürger:innenBühnen-Produktion
- Regie - Georg Schütky
- Regieassistenz - Alejandro Valejo
- Projektleitung - Dorothea Lübbe
Es spielen
- Der Heimkehrer - Normann Groll
- Vena - Sara Lisges
- Naja die Roboter - Jana Pluschke
- Der Knochendoktor - Marcel Knape
- Der Herzdoktor - Maik Schmidt
- Der Elefant - Chris Grenzbach
- Das tröstende Fabelwesen - Samy Schaf
- Der Geschichtenerzähler - Tommy Lausch
- Die Flachwitzerzählerin - Selina Zinke
- Der Wetteransager - Alexander „Ali“ Graf
- Die hündische Astronautin - Karin Schanze
- Die diensthabende Beobachterin - Julienne Jaikow
- außerdem: Annette Mauer, Dorothea Lübbe, Norabel Nitsche
Biografie von Georg Schütky, Regisseur
Der österreichische Regisseur studierte Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin und assistierte unter anderem Peter Konwitschny, Tatjana Gürbaca, Vera Nemirova, Tilman Knabe und Lorenzo Fioroni. Zwei Spielzeiten lang war er fester Regieassistent am Staatstheaterr Mainz. Seine Inszenierungen führen ihn an die Staatsoper Berlin, das Haus der Berliner Festspiele, die Münchner Biennale für neues Musikthester, das Theater Basel, die Parkaue Berlin, die Oper Graz, das Next Liberty Theater Graz, die Philharmonie Berlin, das HAU2, die Oper Leipzig, sowie zu diversen Festivals wie dem Dramatiker_innenfestival am Schauspielhaus Graz und zum Steirischen Herbst. Im Auftrag des Regierenden Bürgermeisters von Berlin gestaltete er 2018 den offiziellen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit der Bundesrepublik Deutschland als fulminante Feier der Diversität, live übertragen in der ARD.
Gelebte Inklusion und die inszenatorische Auseinandersetzung mit Laiendarsteller:innen, Chören und Kollektiven prägen seine Arbeiten, wie die Originale Inszenierungen an der Staatsoper Berlin oder die Dorfopern Die Nacht von Allerheiligen und Regina, für die er 2022 den steirischen Landeskulturpreis erhielt. Er ist Recherchestipendiat des Berliner Senats und des Fonds Darstellende Künste. In der Spielzeit 2023/2024 widmete er sich mit dem Kinderopernhaus an der Staatsoper Berlin in „Einfach Mozart“ dem jungen Mozart. Er inszeniert die erste inklusive Fassung der Beggar‘s Opera in der Oper Graz und die Uraufführung von „Wie geht’s, wie steht’s“ bei der Münchener Biennale für neues Musiktheater. Mit demselben Stück gibt der im November 2024 sein Regiedebüt am Theater Basel.
Preise und Reservierung
Kartenpreise
11 € / ermäßigt 6 €
Theaterkasse
E- Mail: kasse@theater-magdeburg.de
Telefon: (0391) 40 490 490
letzte Vorstellungen: Sa., 30.11., So., 1.12., jeweils
19.30 Uhr, Schauspielhaus, Kammer 2
Text / Foto: Theater Magdeburg / Nilz Böhme