veröffentlicht am Freitag, 13. September 2024
Magdeburg. Der Präsident der Landesstraßenbaubehörde, Stefan Hörold, schließt Brückeneinstürze in Sachsen-Anhalt "an sich" aus. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Mittwoch (11. September), dass es sich bei dem Einsturz der Carolabrücke im sächsischen Dresden um einen "absoluten Einzelfall" handele. Die Bauwerke in Sachsen-Anhalt würden engmaschig überwacht. Weitere Kontrollen über das bisherige Maß hinaus sind laut Hörold nicht geplant. Sobald klar sei, warum die Carolabrücke in Dresden eingestürzt sei, könne es jedoch sein, dass man bei den regelmäßigen Prüfungen der Brücken in Sachsen-Anhalt genauer auf einzelne Aspekte achten werde, so der Behördenchef.
Die Landesstraßenbaubehörde ist nach Angaben des Infrastrukturministeriums für 719 Brücken an Bundes- und 695 Brücken an Landesstraßen (insg. 1.414 Brücken) in Sachsen-Anhalt zuständig. Von diesen befinden sich demnach mehr als 90 Prozent (1.273 Brücken) in einem ausreichenden bis sehr guten Zustand. Würden Brücken schlechter bewertet, bedeute dies jedoch nicht automatisch, dass es sich um Sanierungsfälle oder Problembrücken handele, teilte das Ministerium MDR SACHSEN-ANHALT am Mittwoch mit. Viele dieser Brücken könnten noch über etliche Jahre ohne Einschränkungen
genutzt werden. Allerdings müssten mittelfristig umfangreiche Sanierungen oder Neubauten in Angriff genommen werden. Im Zuständigkeitsbereich der
Landesstraßenbaubehörde sei derzeit nur eine Brücke aufgrund ihres Zustands gesperrt und werde zeitnah ersetzt. "Hierbei handelt es sich um die Brücke im Zuge der Landesstraße (L) 121 über die Anlagen der DB AG in Coswig (Anhalt)." Das Bauwerk soll den Angaben nach in der Zeit von Januar 2025 bis Dezember 2026 ersetzt werden.
Die Landesstraßenbaubehörde ist laut Herold aber nicht für alle Brücken in Sachsen-Anhalt zuständig. Habe eine Stadt mehr als 50.000 Einwohner, sei sie für die Brücken an Landesstraßen selbst verantwortlich. Bei mehr als 80.000 Einwohnern sei die Stadt dann auch für Brücken an Bundesstraßen zuständig. In Sachsen-Anhalt trifft das nach Ergebnissen des letzten Zensus auf Magdeburg (241.517 Einwohner), Halle (226.586) und Dessau-Roßlau (75.938) zu.
In Dresden ist am Mittwoch in den frühen Morgenstunden ein großer Teil der Carolabrücke eingestürzt, die über die Elbe führt. Verletzt wurde bei dem Einsturz niemand. Warum die Brücke zusammenbrach, ist noch unklar.
Bildunterschrift: Die Carolabrücke in Dresden vor dem Einsturz
Text: MDR SACHSEN-ANHALT/Engin Haupt
Foto: pixabay