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Wasser trinken Haende pixabay

Magdeburg-News: 103 Liter pro Tag – Wasserbedarf pro Kopf in Sachsen-Anhalt geht weiter zurück


veröffentlicht am Montag, 9. September 2024

Magdeburg/Halle. Die Grundlage der öffentlichen Wasserversorgung in Sachsen-Anhalt sind die Grundwasservorkommen. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, wurde der Trinkwasserbedarf 2022 durch Wasserversorger mit Sitz in Sachsen-Anhalt und angrenzenden Bundesländern zu 60,6 Prozent mit Grund- und Quellwasser (einschließlich Uferfiltrat und angereichertes Grundwasser) gedeckt. Rund 39,4 Prozent des Trinkwassers stammten aus Talsperren und Flusswasser.

Insgesamt entnahmen die sachsen-anhaltischen Wasserversorgungsunternehmen (nachfolgend: Versorger) 2022 knapp 71,9 Millionen Kubikmeter Wasser. Das waren rund 2,7 Prozent weniger als bei der vorausgehenden Erhebung 2019 (73,8 Millionen Kubikmeter), jedoch 0,6 Prozent mehr als 2014, dem Jahr mit der bislang geringsten Entnahme (71,5 Millionen Kubikmeter). Das Jahr mit der höchsten Entnahme war 1991 (196,3 Millionen Kubikmeter).

Der Trinkwasserbedarf der privaten Haushalte und der Wirtschaft lag in Sachsen-Anhalt 2022 bei knapp 126,1 Millionen Kubikmeter. Beinahe alle Einwohner im Land – 2022 waren es 2,2 Millionen – sind an das öffentliche Netz angeschlossen. Sie benötigten 2022 knapp zwei Drittel des Trinkwassers (81,4 Millionen Kubikmeter). Daraus leitet sich ein Wasserbedarf pro Kopf von 103 Liter am Tag ab. Das waren zwar 2 Liter weniger als 2019, im Vergleich zu 2007, dem Jahr mit dem geringsten Pro-Kopf-Wert, dagegen 13 Liter mehr. In dem Erhebungsjahr 1991 lag der Pro-Kopf-Wasserbedarf noch bei 161 Liter und verringerte sich dann bis 2007 nach und nach auf 90 Liter am Tag. Etwas mehr als ein Drittel des Trinkwassers ging an Gewerbe- und Industriebetriebe, zum Beispiel für die Versorgung der Belegschaft sowie an öffentliche Einrichtungen und sonstige Abnehmer (44,7 Millionen Kubikmeter).

Von rund 13,8 Millionen Kubikmeter in das öffentliche Netz eingespeisten Wassers konnten die Versorger den Verbleib nicht im Einzelnen erfassen. Dazu gehören die tatsächlichen Verluste, zum Beispiel Rohrbrüche, und die scheinbaren Verluste, zum Beispiel Mess- und Ablesefehler oder Wasserdiebstahl. Rund 2,5 Millionen Kubikmeter Wasser deckten den betriebsinternen Bedarf der Versorger, zum Beispiel für Rohrnetzspülungen.

Gewinnungs- und Verbrauchsort des Wassers können auseinanderliegen. Von 56 Versorgern im Land unterhielten 2022 gut 53,6 Prozent eigene Gewinnungsanlagen (30 Versorger). Knapp 83,9 Prozent der Versorger (47 Versorger) bezogen Wasser von mindestens einem anderen Versorger und rund 51,8 Prozent (29 Versorger) gaben Wasser an andere Versorger ab. Der Wasseraustausch unter den Versorgern belief sich 2022 auf rund 52,9 Millionen Kubikmeter. Dabei werden Mengen mehrfach gezählt, wenn ein Versorger das bezogene Wasser wieder an andere Versorger abgibt.


Text: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
Symbolfoto: pixabay