veröffentlicht am Sonntag, 4. August 2024
Magdeburg. Olympiasieger Lukas Märtens hat sich für ein neues Schwimmzentrum in seiner Heimatstadt Magdeburg ausgesprochen. Der Goldmedaillengewinner über 400 Meter Freistil sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Freitag (2. August), es gebe nun auf jeden Fall ein paar Argumente mehr dafür, so etwas zu bauen: "Ich denke, der Nachwuchs hat auch ganz genau beobachtet, was bei den Spielen abging und ich bin, denke ich auch, für viele jetzt mittlerweile ein Vorbild." Märtens ergänzte, die Leistungsschwimmer bräuchten "ein bisschen mehr Platz". Gut wäre eine Halle, in die die Öffentlichkeit nicht reinkomme, "eine Halle nur für uns". Das wäre ein weiterer Schritt nach vorn.
Zuvor hatte bereits die Magdeburger Oberbürgermeisterin Simone Borris (parteilos) MDR SACHSEN-ANHALT gesagt, der Bund komme nun an einem Neubau am Olympiastützpunkt in Magdeburg nicht mehr vorbei. Was das Team um Cheftrainer Bernd Berkhahn seit Jahren leiste, sei einzigartig. Borris verwies nicht nur auf Märtens Goldmedaille über 400 Meter Freistil, sondern auch auf die Bronzemedaille von Isabel Gose über 1.500 Meter Freistil
und die zahlreichen anderen herausragenden Leistungen der Magdeburger Schwimmer in Paris.
Die Diskussion über eine neue Trainingsstätte in Magdeburg gibt es schon seit längerem. Nach dem Willen des Landes Sachsen-Anhalts soll in der Landeshauptstadt das erste Schwimmzentrum Deutschlands entstehen. Der Landtag stimmte 2023 dem Vorhaben einstimmig zu. Momentan teilen sich die Spitzenathleten in Magdeburg in der Elbe-Schwimmhalle das Wasser mit dem Schulsport, Gruppen aus dem Freizeit- und Seniorenschwimmen und regulären Badegästen.
Das neue Schwimmzentrum ausschließlich für den Leistungssport könnte bis 2028 fertiggestellt sein. Als Standort ist ein Areal zwischen Getec-Arena und dem Magdeburger Fußballstadion vorgesehen. Die Kosten von geschätzten 50 Millionen Euro sollen zu etwa 90 Prozent vom Bund getragen werden. "Wichtig wird sein, dass sich Deutscher Olympischer Sportbund und Deutscher Schwimmverband klar zu dem Zentrum bekennen", sagte Sachsen-Anhalts Sportministerin Tamara Zieschang (CDU) im vergangenen Jahr nach dem Landtagsbeschluss. Dies habe das Bundesinnenministerium für eine
Unterstützung des Bundes zur Voraussetzung gemacht.
Text: MDR SACHSEN-ANHALT/Christoph Dziedo, Sören Thümler, Jörg Wunram
Symbolfoto: pixabay