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Herz 28

Gesundheit-News: Kranke Herzen brauchen Kontrolle

28. Juli 2021

Foto: Prof. Dr. Stephan Baldus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), beobachtet gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen, dass notwendige Vorsorge- und Kontrolltermine verfallen und in Notfällen nicht rechtzeitig das Krankenhaus aufgesucht wird

Experten warnen vor tödlichen Risiken, sollten Arzttermine verfallen

(djd). Heike M. aus Köln gehört zu den herzkranken Menschen, die während der Corona-Zeit Probleme bekamen: Sie erlitt im April 2021 einen Herzinfarkt. Allerdings rief sie erst zwölf Stunden, nachdem sie die ersten Symptome verspürte, den Rettungsdienst.

Mit diesem Verhalten steht sie nicht allein da: Expertinnen und Experten der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) beobachten, dass immer noch notwendige Vorsorge- und Kontrolltermine verfallen und in Notfällen nicht rechtzeitig das Krankenhaus aufgesucht wird. Eine der Folgen beschreibt Prof. Dr. Stephan Baldus, Präsident der DGK: „An Herzinsuffizienz (Herzschwäche) erkrankte Patientinnen und Patienten waren im letzten Jahr von einer deutlichen Übersterblichkeit betroffen, auch wenn sie nicht an Covid erkrankten.“

Betroffene schildern Erfahrungen

Auf ihrer Internetseite www.herzfitmacher.de klärt die DGK über die Gefahren von Herzerkrankungen auf und gibt Auskunft darüber, warum rechtzeitige und regelmäßige Arztbesuche gerade für Herzerkrankte so wichtig sind. Patientinnen und Patienten schildern ihre Erfahrungen in der Pandemie. Wer mag, kann seine eigene Geschichte per Mail an die Adresse herzkrank@dgk.org senden.

Ein krankes Herz belastet Patientinnen und Patienten meist ihr Leben lang. Als Folge der Corona-Pandemie kamen jedoch neue Sorgen hinzu – und Gedanken wie: Drohen mir mehr Gefahren als anderen Menschen? Werde ich im Krankenhaus so gut versorgt wie sonst auch? Wie sicher kann ich mich beim Besuch einer kardiologischen Praxis fühlen? So kam es, dass 2020 Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz in Deutschland deutlich abnahmen – ähnlich wie in Amerika, wo eine Studie einen Rückgang um 35 Prozent verzeichnete.

Unbemerkt werden Erkrankungen schlimmer

Das Problem der kranken Herzen wird wie unter einem Brennglas deutlich, wenn man die Situation in Hessen betrachtet: Dort wurden laut DGK während des ersten Lockdowns 35 Prozent weniger Katheter eingesetzt – und im gleichen Zeitraum starben zwölf Prozent mehr Personen als sonst an Herzproblemen. „Herzerkrankungen verschlimmern sich häufig unbemerkt, bis es möglicherweise zu einem folgenschweren Notfall kommt. Die Erkrankungen auf die leichte Schulter zu nehmen, ist lebensgefährlich“, erklärt Prof. Baldus.

Symptome richtig einschätzen

Heike M. ist sich heute sicher: Sie würde Symptome wie starke Rückenschmerzen, die ihren Herzinfarkt anzeigten, nicht mehr unterschätzen. Weil sie die Situation nicht ernst nahm, wird ihr eine leichte Herzschwäche bleiben. Der Herzmuskel wurde zu lange nicht richtig durchblutet und dadurch geschädigt.



Text / Foto: djd/www.dgk.de/MedizinFotoKöln/Michael Wodak