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DRF Luftrettung Station Magdeburg Christoph 36 Quelle DRF Luftrettung

Jahresbilanz 2020 der DRF Luftrettung: Station Magdeburg

Mittwoch, den 13. Januar 2021

Hohe Einsatzzahlen auch in der Corona-Pandemie – das ist das Fazit, das die DRF-Gruppe anlässlich der Veröffentlichung ihrer Einsatzzahlen für 2020 zieht. Trotz erheblicher Herausforderungen durch das Virus konnten die Luftretter*innen durch schnell umgesetzte Maßnahmen an den Stationen, in der Werft, im Einsatzbetrieb und in der Verwaltung ihre Einsatzbereitschaft vollständig aufrecht erhalten. Die Hubschrauber und Flugzeuge der DRF-Gruppe wurden 2020 insgesamt 39.971-mal alarmiert. 

Der in Magdeburg stationierte Hubschrauber der DRF Luftrettung leistete im vergangenen Jahr insgesamt 1.003 Einsätze, davon 956 in der Notfallrettung und 47 zum Transport kritisch kranker oder verletzter Patient*innen zwischen Kliniken. 2019 wurde „Christoph 36” 1.062-mal alarmiert. Die drei in Sachsen-Anhalt stationierten Hubschrauber der DRF Luftrettung wurden 2020 zusammen 3.072-mal alarmiert.


Lebhafter Jahresabschluss

Ereignisreich ist das Jahr auf der Magdeburger Station der DRF Luftrettung zu Ende gegangen. Gleich sechsmal hintereinander wurden Pilot Marco Cramme, Notfallsanitäter Thomas Scheffler und der leitende Notarzt Dr. Steffen Becker alarmiert!

Am Morgen wurde ein schlechter Allgemeinzustand bei einem Patienten in der Innenstadt von Magdeburg festgestellt, und Pilot Marco Cramme startete erstmals am Silvestertag die Triebwerke von Christoph 36. Allerdings gab die Leitstelle kurz nach dem Abheben des rot-weißen Hubschraubers den Abbruch dieses Einsatzes durch: Eine am Einsatzort eingetroffene Rettungswagenbesatzung war in der Lage, die Situation ohne die Hilfe der Luftretter zu bewältigen.

Doch noch während das Magdeburger Team auf dem Landeanflug zurück zur Station war, rief die Leitstelle Jerichower Land um Hilfe: „Pferdeunfall in Möckern“. Dort wurde eine 19-Jährige von einem Pfahl getroffen. An diesem war ein Pferd angebunden. Als das Tier plötzlich scheute, riss der Pflock aus dem Boden und prallte mit voller Wucht gegen das Gesicht der Patientin. Diese erlitte dabei ein schweres Hämatom. Zudem bestand der Verdacht, dass ein Schädel-Hirn-Trauma sowie Knochenverletzungen ebenfalls Folge des kuriosen Zwischenfalls sein könnten. Deswegen flogen Marco Cramme, Steffen Becker und Thomas Scheffler die junge Reiterin nach der ersten Versorgung an der Einsatzstelle in die Uniklinik Magdeburg, wo mittels Computertomografie der Kopf weitergehend untersucht werden sollte.

Fünf Minuten nach der Rückkehr vom Magdeburger Klinikum wiederum Alarm auf der Station von Christoph 36: In Ochtmersleben litt ein 80-Jähriger schon seit Tagen unter Atemlosigkeit. Nun, so die Alarmierung der Leitstelle Börde, trat bei dem Mann außerdem Brustschmerz auf. Abermals flog das Team aus Magdeburg sofort los. Nach der Landung in Ochtmersleben behandelte die medizinische Crew der DRF Luftrettung den Senior. Anschließend wurde er von einem Rettungswagen in die Uniklinik Magdeburg gefahren. Es bestand der Verdacht auf ein „ACS“, ein „Akutes Koronarsyndrom“ (der Oberbegriff fasst mehrere Diagnosen einschließlich des Herzinfarktes zusammen).

Erneut kehrten Marco Cramme, Thomas Scheffler und Steffen Becker zu Station zurück, wo sie 15 Minuten später den nächsten Auftrag erhielten. Nochmals war Ochtmersleben der Einsatzort. Dort war ein 83-jähriger Patient im Beisein seiner Ehefrau plötzlich zusammengebrochen. Nach der Landung begann der Hubschraubernotarzt sofort mit der Reanimation des Mannes, die trotz einstündigen Einsatzes allerdings bedauerlicherweise erfolglos blieb.

Nur vier Minuten darauf musste das Team von Christoph 36 seine Aufmerksamkeit auf einen Verkehrsunfall im Magdeburger Stadtteil Sudenburg richten: Dort stießen zwei Pkw auf einer Kreuzung zusammen. Während die beiden Insassen des einen Wagens dabei keine körperlichen Verletzungen davontrugen, erlitt eine 61-Jährige im zweiten Unfallfahrzeug ein Thoraxtrauma. Der Hubschraubernotarzt brachte die Patientin nach der Erstversorgung am Unglücksort in einem ebenfalls herbeigerufenen Rettungswagen in die Uniklinik zur weiteren Behandlung.

Auch nach diesem Einsatz war die Pause für das Team von Christoph 36 kurz: Es vergingen gerade elf Minuten, bis die Leitstelle Harz Marco Cramme, Thomas Scheffler und Steffen Becker nach Ballenstedt beorderte. In der Kleinstadt im Landkreis Harz hatte ein 63-Jähriger eine Herzschwäche und vermutlich daraus resultierend ein Lungenödem erlitten. Nach kurzem Anflug landete Pilot Cramme auf einer Wiese etwas abseits des Wohngebietes, in dem der Mann lebt, da unmittelbar an dessen Haus zu wenig Platz vorhanden war. Ein ebenfalls eingetroffener Rettungswagen brachte den Patienten daher unterdessen zum Landeplatz. Dort behandelten Hubschraubernotarzt Dr. Becker und Notfallsanitäter Scheffler ihn. Im Anschluss wurde der Erkrankte im Rettungswagen nach Quedlinburg ins Krankenhaus gebracht.

Der Bedarf an Hilfe durch die Magdeburger Crew der DRF Luftrettung war damit am Silvestertag noch nicht gedeckt. Denn zeitgleich hätte die Leitstelle Altmark Christoph 36 ebenfalls gerne eingesetzt: In Stendal wurde parallel zu dem Einsatz in Ballenstedt ein Schlaganfall behandelt. Den Betroffenen sollten die Luftretter nach Magdeburg ins Klinikum fliegen, waren jedoch noch bei dem 63-Jährigen in Ballenstedt gebunden, so dass die Rettungsleitstelle dafür einen anderen Rettungshubschrauber aus dem benachbarten Bundesland Brandenburg anforderte.

Die Station zum Beitrag:





Titelfoto: DRF Luftrettung Station Magdeburg - Christoph 36 © DRF Luftrettung