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01 MDHEUTE dom

Einweihung der Förderschule „Am Sternsee“

Donnerstag, den 16. Januar 2020

Stadt und Land investieren rund 9 Mio. Euro/Platz für 150 Schüler*innen

Magdeburg hat eine neue Förderschule für körperbehinderte Kinder und Jugendliche: Zwei Jahre nach dem Spatenstich hat Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper heute gemeinsam mit Bildungsminister Marco Tullner, Landräte und Vertreter der Landkreise Börde, Salzlandkreis sowie Jerichower Land und der Schulleiterin Grit Hacker den Ersatzneubau im Roggengrund 34 eingeweiht. Ein Großteil der Gesamtinvestitionssumme von rund 9 Millionen Euro, nämlich gut 7,5 Millionen, sind Landes-Fördermittel. Die neue Bildungseinrichtung bietet Platz für 150 Schüler*innen mit körperlichen Handicaps.
 
Der Neubau der Förderschule war notwendig geworden, da der alte Standort am Fermersleber Weg mit nur 100 Plätzen zu klein und stark sanierungsbedürftig war. In dem Neubau können nun bis zu 150 Schüler*innen mit körperlicher Behinderung unterrichtet werden – und das zweizügig in den Klassenstufen 1 bis 10. Das pädagogische Konzept ist als offenes Ganztagsangebot ausgerichtet.
 
Vorgesehen ist, dass 100 Kinder und Jugendliche mit Handicap aus Magdeburg und 50 aus den umliegenden Landkreisen kommen, in denen es keine Förderschulen gibt. Derzeit werden 109 Mädchen und Jungen beschult, davon 87 aus Magdeburg, 10 aus dem Landkreis Börde, 9 aus dem Salzlandkreis und 3 aus dem Jerichower Land. Für die Kinder, die außerhalb Magdeburgs wohnen, zahlen die Landkreise Gastschulbeiträge.
 
Die Gesamtkosten für den Neubau betragen rund 9 Millionen Euro. Diese beinhalten die Kosten für das Gebäude, die Ausstattung und die Baunebenkosten. Das Land fördert davon 7,5 Millionen Euro (analog STARK III plus EFRE-Richtlinie). Die Differenz stellt den Eigenanteil der Landeshauptstadt Magdeburg dar.
 
Unterrichts- und Betreuungsmöglichkeiten auf neuestem Stand

In dem 3-geschossigen Neubau sind auf einer Grundfläche von ca. 4.400 m² u.a. 13 allgemeine Unterrichtsräume, drei Förderräume, sieben Fachunterrichtsräume, eine Sporthalle, ein Therapiebecken, ein Mehrzweckraum mit Essensausgabe, ein Schülerkiosk, zwei Physiotherapieräume, ein Snoezelraum, ein Schwesternzimmer und zwei medizinische Behandlungsräume untergebracht. Außen befinden sich auf dem Schulhof zwei Spielplätze für verschiedene Altersgruppen, ein Bolzplatz und ein grünes Klassenzimmer. Vor dem Schulgebäude ist zum Roggengrund eine Vorfahrtmöglichkeit für den Hohl- und Bringedienst realisiert worden. Die Sportanlagen wie Laufbahn und Sprunggrube sind aus Platzgründen auf einem benachbarten städtischen Grundstück untergebracht.
 
Mit dem Neubau haben sich die Bedingungen für die Kinder und Pädagog*innen deutlich verbessert. Die Schule ist nach heutigen Richtlinien zu 100% behindertengerecht und für Schüler*innen im gesamten Gebäude barrierefrei. Für die körperbehinderten Kinder und deren Pädagog*innen wurden damit optimale Voraussetzungen für das Lernen geschaffen. Mit dem Bewegungsbecken, den Physiotherapieräumen und dem Schwesternzimmer gibt es zudem zusätzliche Therapiemöglichkeiten für die Kinder.
 
Ehemaliger Standort bleibt Schule

Zur Nachnutzung des alten Standortes am Fermersleber Weg hat die Stadtverwaltung bereits 2019 die Drucksache DS0353/19 "Absicherung der Beschulung von Schüler/-innen mit dem Förderschwerpunkt geistig behindert" vorgelegt. Der Stadtrat beschloss daraufhin am 17. Oktober 2019, dass die aufwachsende FÖSG "Kritzmannstraße" an den Standort Fermersleber Weg umziehen soll. Der Eigenbetrieb Kommunales Gebäudemanagement richtet dafür bis zum Beginn des Schuljahres 2020/21 den Standort im Bestand der vorhandenen Räume und Funktionen her. Dafür stehen konsumtive Mittel in Höhe von 350.000 Euro im Haushalt bereit.
 
Zeitablauf des Bauprojektes

Planungsbeginn für die Gesamtmaßnahme war im Januar 2016. Im Herbst 2016 wurde das Projekt durch den Stadtrat bestätigt und der Förderantrag bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt eingereicht. Der Bauantrag wurde im Dezember 2016 gestellt und am 1. Juni 2017 genehmigt. Knapp zwei Jahre nach Baubeginn im Januar 2018 erfolgte im November 2019 die Nutzungsübergabe an den Fachbereich Schule und Sport. Der Umzug und die Inbetriebnahme der Schule erfolgen im Januar 2020 bzw. zum neuen Schulhalbjahr.