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Gesundheit-News: Schmerzen ohne Grund? Bei unklaren Körperbeschwerden hilft es, aktiv zu bleiben

29. Dezember 2019

(ams). Kopfschmerzen, Magenprobleme, Schwindelgefühl oder Rückenschmerzen hat wohl jeder schon einmal gehabt. Was aber, wenn die Schmerzen oder andere Symptome nicht weggehen und der Arzt oder die Ärztin trotz eingehender Untersuchungen keine körperlichen Ursachen dafür findet? Nach Schätzungen des unabhängigen Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) leiden etwa zehn Prozent der Bevölkerung unter Beschwerden, für die keine eindeutige körperliche Erklärung gefunden wird. Diese funktionellen Körperbeschwerden sind zwar meist ungefährlich, doch für Betroffene sehr belastend und einschränkend. Die Schmerzen sind ganz unterschiedlicher Art - im Kopf, Rücken, den Gelenken, im Bauch. Andere Betroffene leiden unter Herz-Kreislaufbeschwerden, Verdauungsbeschwerden oder Gefühlsstörungen - zum Beispiel Taubheitsgefühlen. Wieder andere sind total erschöpft.

Gemeinsam ist allen Betroffenen, dass der Arzt die betreffenden Organsysteme untersucht, aber keine ausreichende Erklärung findet. Wenn es dann heißt, da sei nichts, fühlen sich viele nicht ernst genommen - und letztlich haben sie mit diesem Gefühl Recht. Dass keine körperlichen Ursachen gefunden werden, heißt nämlich nicht, dass es keine Gründe für die Beschwerden gibt oder dass die Beschwerden nicht real existieren. "Häufig treffen biologische Faktoren und psychische Einflüsse zusammen, zum Beispiel Stress und Überlastung, frühere Erkrankungen, eine familiäre Veranlagung oder erhöhte Aufmerksamkeit für körperliche Symptome", sagt Dr. Astrid Maroß, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie im AOK-Bundesverband.

Stress kann Darmfunktion beeinträchtigen

So kann Stress zum Beispiel die Darmfunktionen beeinträchtigen, die Muskelanspannung erhöhen oder zu Energiemangel führen. Dies kann die Betroffenen sowohl körperlich als auch psychisch deutlich einschränken. Die Menschen ziehen sich zurück und bleiben zu Hause. Sie bewegen sich wenig und werden immer inaktiver. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, denn bestimmte Probleme wie etwa Muskel- und Gelenkschmerzen oder Energiemangel verstärken sich durch Schonung oft noch. Das kann manchmal sogar so weit gehen, dass Betroffene ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Weil sie sich von den Ärzten nicht ernst genommen fühlen und eine Ursache suchen, wechseln Betroffene häufiger die Arztpraxis, bekommen neue Zusatzuntersuchungen und erhalten immer neue Erklärungen für ihr Leiden. Nicht jede Untersuchung ist jedoch sinnvoll. Manchmal kann es auch zu falschen Verdachtsbefunden kommen, wenn zum Beispiel etwas entdeckt wird, was sich im Nachhinein als harmlos herausstellt. Dies kann psychisch ebenfalls sehr belastend sein. Zum Glück bessern sich die Beschwerden oft nach wenigen Wochen. Sind sie nur leicht, helfen meist einfache Maßnahmen: "Nehmen Sie weiterhin am sozialen Leben teil, achten Sie auf einen gesunden Lebensstil und ausreichenden Schlaf", rät Medizinerin Maroß. "Bewegung ist meist besser als sich zu schonen." Manchmal sind kurzfristig auch Medikamente hilfreich, beispielsweise bei Schmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden. Medikamente sollten jedoch immer nach ärztlicher Rücksprache genommen werden.

Psychotherapeuetische Unterstützung

Halten die Schmerzen oder andere Symptome länger an, kann eine psychotherapeutische Unterstützung helfen, mit den Beschwerden besser und hilfreicher umzugehen. Hier brauchen Betroffene Geduld und sollten versuchen, sich viele kleine erreichbare Ziele zu setzen, zum Beispiel jeden Tag eine Runde mit dem Fahrrad zu fahren. Dadurch verschwinden die Beschwerden nicht gleich, doch erste kleine Erfolgserlebnisse können zu weiteren Zielen motivieren und das Wohlbefinden steigern.Auch Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelentspannung oder ein Achtsamkeitstraining sind geeignet, mit Belastungen besser zurechtzukommen.

Seriöse Infos im Internet finden

In ihrer Verzweiflung suchen Betroffene häufig im Internet nach Informationen. Hier gibt es jedoch auch viele unseriöse oder kommerziell gesteuerte Angebote. Qualitätsgesicherte Informationen zu unterschiedlichen Krankheitsbildern sowie Tipps und Hinweise zu seriösen Infoquellen im Netz bietet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf seiner Webseite.

 

Text / Foto: AOK Bundesverband