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Magdeburg-News: Rund acht Meter Sichttiefe im Barleber See: Am Montag enden die Hauptarbeiten

Donnerstag, den 10. Oktober 2019

Erfolgreiche Restaurierung

Am kommenden Montag, 14. Oktober, enden die Hauptarbeiten der Restaurierung des Barleber Sees. Zum öffentlichen Abschluss mit Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper um 10.00 Uhr werden die beiden SCM-Leistungsschwimmer Finnia Wunram und Florian Wellbrock im See einige Runden drehen. Wer dabei sein oder mitschwimmen möchte, ist herzlich willkommen. Treffpunkt ist das städtische Werkstattgebäude im Buschweg.
 
Der Erfolg der Restaurierung des Barleber Sees ist schon wenige Tage vor dem Ende der Hauptarbeiten deutlich sichtbar. Durch das Einbringen von insgesamt 1.000 Tonnen Polyaluminiumchlorid in das Gewässer sind keine Blaualgen mehr zu sehen. Die Sichttiefe beträgt inzwischen rund acht Meter.
 
Die Ausbringung des Mittels erfolgt seit 9. Juli von einem Motorboot mit einer Geschwindigkeit von etwa 3 bis 4 km/h. Ein weiteres Boot mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit sorgt mit seiner Schraube dafür, dass sich das Polyaluminiumchlorid im See möglichst optimal verteilt, dabei große Mengen Phosphor bindet und damit auf den Grund des Sees fällt. Das Verfahren wurde in jüngster Vergangenheit an zahlreichen Seen in Norddeutschland erfolgreich angewendet. Polyaluminiumchlorid ist ein Fällmittel, das auch in Trinkwassertalsperren und Kläranlagen eingesetzt wird und über eine Lebensmittelzulassung verfügt.
 
Das von der Landeshauptstadt beauftragte Planungsbüro und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung werden in den Wintermonaten die Wasserqualität zunächst weiter beobachten.
 
Der Barleber See ist ein anthropogen angelegtes Gewässer aus den 1930er Jahren. Er ist rund 102 Hektar groß und hat eine maximale Tiefe von 11 Metern bei einer mittleren Tiefe von 6,85 Metern. Bei vollem Wasserstand umfasst das Seebecken ein Volumen von ca. 6,98 Mio. Kubikmetern. Das Gewässer ist der größte Magdeburger See und Teil eines wichtigen urbanen Naherholungsgebiets.
 
1986 wurden in den Barleber See erstmalig 470 Tonnen Polyaluminiumsulfat eingebracht. Anschließend hatte er etwa 30 Jahre eine sehr gute Wasserqualität, die von hohen Sichttiefen und geringen Nährstoffgehalten geprägt war. Seit 2016 ist die Qualität jedoch deutlich schlechter. Die Folge waren Sperrungen wegen Blaualgenmassenentwicklungen.
 
Um eine möglichst umweltgerechte Lösung für den See zu finden, waren Untersuchungen des Fischbestandes, der Mollusken (Muscheln, Schnecken) und des Grundwassers veranlasst worden. Nach der anschließenden Expertenanalyse wurde festgestellt, dass nur mit einer Senkung der Phosphorkonzentration die Wasserqualität im See wieder verbessert werden kann. Im Dezember 2018 hat der Stadtrat die Restaurierung beschlossen.