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Amtsgericht Magdeburg: "Bonnie und Clyde" verurteilt

Montag, den 16. September 2019

Hauptverhandlung vor dem Schöffengericht - Urteil ergangen

(AG MD). Heute hat das Schöffengericht in dem Verfahren gegen zwei Angeklagte, die als "Bonnie und Clyde" bezeichnet worden sind, das Urteil verkündet:

Die 1979 geborene Angeklagte wurde zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Gegen den 1977 geborenen Mann wurde eine Gesamtfreiheitsstrafe von 3 Jahren und 10 Monaten verhängt.

Beiden Angeklagten wurde vorgeworfen, in der Zeit von November 2017 bis Dezember 2018 in Magdeburg in jeweils mehreren Fällen u.a. Diebstahl, räuberischen Diebstahl, Betrug und Urkundenfälschung begangen zu haben. Insgesamt handelt es sich um jeweils über 200 Taten, die zum allein und zum Teil gemeinschaftlich begangen worden sind. 

Das Gericht sah es nach Durchführung der Beweisaufnahme, die am 12. August 2019 begonnen hatte, u.a. als erwiesen an, dass die Angeklagten unberechtigt die ec-Karten oder die Kreditkarten anderer Personen dazu benutzt haben, um mit diesen Karten Einkäufe in verschiedenen Einkaufsmärkten zu tätigen oder an Tankstellen zu bezahlen. Unter Verwendung fremder Identitäten haben beide auch zahlreiche Magdeburger Hoteliers um die Übernachtungskosten geprellt. Die Angeklagten waren außerdem in mehrere Gebäude eingedrungen und haben aus zum Teil verschlossenen Behältnissen oder Taschen persönliche Wertsachen wie Bargeld oder Zahlungskarten entwendet. Zu diesen Gebäuden gehörten Fitnesscenter, Schulsporthallen sowie Seniorenwohnanlagen. Auch aus Fahrzeugen haben die Angeklagten Wertsachen gestohlen.

Die Beweisaufnahme konnte deutlich abgekürzt werden, weil es zwischen dem Gericht, den Angeklagten und der Staatsanwaltschaft zu einer Verständigung nach § 257c StPO gekommen war.

Beide werden aufgrund ihrer Drogensucht zeitweise in einer Entziehungsanstalt untergebracht. Der Zeitraum der Unterbringung wird auf die Haftzeit angerechnet.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.