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Ministerium fördert 5G-Campus an Uni Magdeburg / Wünsch: „Zukunft liegt in digitaler Vernetzung“

staatssekret  r thomas w  nsch

Dienstag, den 7. Mai 2019


Staatssekretär überreicht Förderbescheid über 500.000 Euro

Die digitale Zukunft wird auch in Magdeburg mitgestaltet. Damit Forscher in der Landeshauptstadt künftig innovative Anwendungen in Zukunftsbereichen wie Industrie 4.0, autonomes Fahren, Smart Farming oder eHealth entwickeln und praktisch testen können, fördert das Wissenschaftsministerium jetzt erstmals den Aufbau eines 5G-Testfeldes in Sachsen-Anhalt. Die Universität Magdeburg erhält zunächst 500.000 Euro, um das ultraschnelle Mobilfunknetz der neuesten Generation im ersten Schritt bis Ende Februar 2020 im Galileo-Testfeld Sachsen-Anhalt im Wissenschaftshafen zu errichten. Auf längere Sicht ist ein digitaler 5G-Korridor bis hin zum Uni-Campus sowie eine Zusammenarbeit mit der Hochschule Magdeburg-Stendal geplant.

Den Premieren-Förderbescheid hat Digitalisierungs-Staatssekretär Thomas Wünsch (Foto) heute an Prof. Dr. Helmut Weiß, Prorektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, überreicht. Für Wünsch ist der Aufbau des neuen 5G-Campus ein „digitaler Meilenstein für Sachsen-Anhalt“: „In der Vernetzung liegt die Zukunft. Wenn Maschinen und internetfähige Geräte ohne technologische Einschränkungen und in Echtzeit miteinander kommunizieren, ermöglicht das neue Geschäftsmodelle und eröffnet große Chancen für unsere Gesellschaft. Für den schnellen Austausch großer Datenmengen bedarf es leistungsfähiger digitaler Infrastrukturen. Daher freue ich mich, dass wir heute den Startschuss zum Aufbau des 5G-Campus in Magdeburg geben können.“



Der Prorektor der Universität Magdeburg hat das Galileo-Testfeld seit dessen Gründung im Jahr 2008 begleitet: „Der Aufbau eines Entwicklungslabors und Testfeldes für Ortung, Navigation und Kommunikation in Verkehr und Logistik im Wissenschaftshafen Magdeburg war seinerzeit der zentrale Baustein der Landesinitiative Angewandte Verkehrsforschung; das Galileo-Testfeld hat sich seitdem national und international einen Namen gemacht. Dass es jetzt zum Keim eines 5G-Testfeldes und des 5G-Campus wird, ermöglicht es der Universität, die zukünftigen Kommunikationsstandards für 5G erforschen und aktiv weiter mit entwickeln zu können.“

Davon sollen auch aktuelle Forschungsvorhaben wie etwa ANIKA profitieren – im Projekt geht es um die Aufrüstung der Notrufsäulen-Infrastruktur für die intelligente und echtzeitbasierte Kommunikation mit Fahrzeugen an Autobahnen, um zielgerichtet aktuelle Verkehrsinformationen und Warnmeldungen innerhalb von Sekundenbruchteilen nach Feststellung einer Gefahrensituation an Autofahrer melden zu können. Auch für das kleine Start-up Crowdsweeper von zwei Absolventen der Universität Magdeburg spielt die echtzeitbasierte 5G-Kommunikation eine wesentliche Rolle; es erforscht aktuell im Galileo-Testfeld den Einsatz von Drohnen zur Detektion von Metallkörpern – z.B. Blindgängern – in Erdschichten.

Der neue Mobilfunkstandard 5G soll aufgrund einer deutlich erhöhten Datenkapazität und der sehr geringen Reaktionszeit Datenkommunikation in Echtzeit ermöglichen und so v.a. die Vernetzung von Maschinen und Geräten vorantreiben.

Das „Galileo-Testfeld Sachsen-Anhalt“ zählt zu den modernsten Integrationsplattformen und Testumgebungen für angewandte Verkehrs- und Logistikforschung in Deutschland. Es wurde 2008 im Rahmen der Landesinitiative „Angewandte Verkehrsforschung“ gegründet und 2016 zum „Innovation Center“ für die Forschungsbereiche Digitale Infrastruktur, Mobilität und Logistik weiterentwickelt. Es besteht aus einem Entwicklungslabor auf dem Uni-Campus, dem Testfeld im Wissenschaftshafen sowie einer Logistikplattform im Hansehafen Magdeburg. Beteiligt sind neben der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg auch das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Magdeburg, das Institut für Automation und Kommunikation e.V. (ifak) Magdeburg, die Hallesche Verkehrs-AG und die Magdeburger Hafen GmbH. Das Galileo-Testfeld ist prominent vertreten im Vorstand des ITS mobility e.V. – einem der größten nationalen Verbände für die Intelligente Mobilität und zugleich Ausrichter für den ITS Weltkongress 2021 in Hamburg.