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Handwerkskammer Magdeburg: Erfolgreicher Jahresstart im Handwerk

Montag, den 15. April 2019


 Fachkräfteverfügbarkeit größtes Wachstumshemmnis


Die Konjunkturlage im Handwerk im Kammerbezirk Magdeburg bleibt weiterhin ausgezeichnet und hat sich im Vergleich zum Frühjahr 2018 sogar noch etwas verbessert. Insgesamt geben 59 Prozent der befragten Betriebe eine gute Geschäftslage an. 95 Prozent der befragten Betriebe erwarten für das kommende Quartal eine gleiche oder verbesserte Geschäftslage. „Trotz der zunehmenden Verschärfung der konjunkturellen Risiken für die deutsche Wirtschaft zeigt sich die Handwerkskonjunktur äußerst robust. Auch regional erweist sich das Handwerk als wichtige Stütze für die wirtschaftliche Entwicklung“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Magdeburg, Burghard Grupe, heute bei einem Pressegespräch. 

 

Dies spiegelt sich auch in der Beschäftigung wider. Der Saldo aus Beschäftigungszuwachs und -abbau zeigt sich im Gesamthandwerk mit einem Punkt positiv, obwohl saisonbedingt meist ein negativer Saldo zu erwarten ist. Es haben mehr Betriebe die Zahl der Beschäftigten erhöht (9 Prozent) als reduziert (8 Prozent). „Vor allem wird die sich verschärfende Fachkräftesituation zur Entscheidung beigetragen haben, das Personal zu halten. Denn Fachkräfte (wieder) einzustellen wird immer schwerer“, so Grupe.

 

Die Handwerksbetriebe nutzen bereits vielfältige Instrumente, um ihre Attraktivität als Arbeitgeber für Auszubildende und Fachkräfte zu erhöhen. Um einen Überblick über diese Maßnahmen und deren Erfolg zu gewinnen, hat die Handwerkskammer Magdeburg, gemeinsam mit dem ZDH und 41 weiteren Handwerkskammern, eine Umfrage zum Thema „Fachkräfte (gewinnen & halten)“ durchgeführt.

 

Die Umfrageergebnisse für Sachsen-Anhalt verdeutlichen, dass die Engpässe bei der Fachkräfteverfügbarkeit inzwischen viele Handwerksbetriebe vor große Herausforderungen bei der Personalsuche stellen. Die Betriebe unternehmen vielfältige Anstrengungen, um sich als attraktive Arbeitgeber zu positionieren, sind damit allerdings nicht immer erfolgreich:

 

  • 59 Prozent der Handwerksbetriebe haben im vergangenen Jahr Fachkräfte gesucht, für 30 Prozent war die Suche erfolglos, für 25 Prozent aufwendig.
  • Im Bauhauptgewerbe waren sogar 40 Prozent der Betriebe erfolglos.
  • Im Bundesvergleich zeigt sich, dass das Handwerk in Sachsen-Anhalt deutlich größere Mühen bei der Suche nach Fachkräften hatte.
  • Handwerksbetriebe setzen bei ihrer Suche nach Fachkräften nicht auf bestimmte Gruppen, sondern beziehen ein breites Spektrum ein – 
    zukünftig wollen sie vermehrt Berufsrückkehrer oder Quereinsteiger ansprechen.
  • Für die Mitarbeiterbindung/-gewinnung nutzen sie verschiedene Instrumente – als besonders geeignet werden finanzielle Anreize und Maßnahmen zur Verbesserung des Betriebsklimas bewertet.
  • Bei der Suche werden hauptsächlich die klassischen Kanäle genutzt (Arbeitsagentur, Zeitungsanzeigen, Werbung).

 

Auskunft aus der betrieblichen Praxis gab beim Pressegespräch Malermeister Mike Klose, Geschäftsführer der Maler Süd e.G. aus Magdeburg.

 

„Wir müssen die berufliche Bildung mehr fördern und Menschen für die Handwerksberufe sowie für das Unternehmertum im Handwerk begeistern. Die Meistergründungsprämie hat für Sachsen-Anhalt ein positives Signal gesetzt. Wir brauchen mehr davon. Vor allem brauchen wir eine flächendeckende Berufs-orientierung über alle Schulformen in unserem Bundesland. Nicht jeder Abiturient kann und muss Akademiker werden. Berufliche und akademische Bildung sind leider noch immer nicht gleichwertig, insbesondere hinsichtlich der finanziellen Förderung. Eine bessere Unterstützung für Fahrt- und Übernachtungskosten während der Ausbildung und ein Azubi-Ticket werden dringend benötigt“, forderte Burghard Grupe.

 

Kammerbezirkszahlen:

 

Im Handwerk im Kammerbezirk Magdeburg waren 12.351 Betriebe zum 31.12.2018 eingetragen. Das entspricht einem Rückgang von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang der Betriebszahlen hat einerseits demografische Ursachen, ist aber auch dadurch begründet, dass einige Unternehmer, insbesondere Solo-Selbständige, nun bessere Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt haben. Die Zahl der Beschäftigten im Handwerk ist mit ca. 68.500 leicht gesunken. Bei den Auszubildenden (derzeit 3.744) gab es einen leichten Zuwachs. 2018 erwirtschaftete das Handwerk im Kammerbezirk Magdeburg einen Umsatz von etwa 6,9 Mrd. Euro. Das ist ein Plus von 2,2 Prozent. Die Prognosen für 2019 deuten auf eine weitere leichte Steigerung des Umsatzes bei rückläufigen Beschäftigungszahlen hin.

 

Geschäftslage nach Landkreisen:

 

·         Im Landkreis Stendal beurteilen 50 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Am 31.12.2018 waren hier 1.544 Handwerksbetriebe eingetragen.  

·         Im Altmarkkreis Salzwedel beurteilen 57 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Am 31.12.2018 waren hier 1.159 Handwerksbetriebe eingetragen.  

·         Im Landkreis Börde beurteilen 67 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Am 31.12.2018 waren hier 2.158 Handwerksbetriebe eingetragen.  

·         In der Landeshauptstadt Magdeburg beurteilen 69 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Am 31.12.2018 waren hier 2.116 Handwerksbetriebe eingetragen.  

·         Im Landkreis Jerichower Land beurteilen 53 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Am 31.12.2018 waren hier 1.273 Handwerksbetriebe eingetragen.  

·         Im Salzlandkreis beurteilen 60 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Am 31.12.2018 waren hier 1.606 Handwerksbetriebe eingetragen.  

·         Im Landkreis Harz beurteilen 61 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Am 31.12.2018 waren hier 2.495 Handwerksbetriebe eingetragen.