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Foto Christoph Meister

Tarifrunde Banken: Erste Runde bleibt ohne Ergebnis

Samstag, den 16. Februar 2019


Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die rund 200.000
Beschäftigten des privaten und öffentlichen Bankgewerbes ist am
gestrigen Freitag (15. Februar 2019) in Berlin ohne Ergebnis
geblieben. Die Arbeitgeber haben die Forderungen der Vereinten
Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) nach einer Erhöhung der Gehälter
um 6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten zurückgewiesen und
kein Angebot vorgelegt.

"Die Positionen der beiden Tarifparteien liegen sehr weit
auseinander; das wurde schon in der Bewertung der Ausgangssituation
deutlich", betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied und
Verhandlungsführer Christoph Meister. ver.di habe in den
Verhandlungen deutlich gemacht, dass die Bank-Beschäftigten in den
vergangenen Jahren hinter der allgemeinen Lohnentwicklung
zurückgeblieben seien und einen dringenden Nachholbedarf hätten, so
dass jetzt eine deutliche Erhöhung der Gehälter notwendig sei.

"Es sind die Beschäftigten, die trotz starker Belastungen dafür
gesorgt haben, dass die Banken Probleme gut meistern", so das
ver.di-Bundesvorstandsmitglied. "Wir haben in der Bankenbranche nicht
nur einen Investitionsstau bei modernen Filialkonzepten und der IT,
wir haben ihn auch bei den Arbeitsbedingungen." Zudem sei die Arbeit
der Bankbeschäftigten durch Personalabbau, Arbeitsverdichtung, neue
Anforderungen durch digitale Arbeitsprozesse und verändertes
Kundenverhalten deutlich anspruchsvoller und belastender geworden. Um
den Auswirkungen der starken Belastungen entgegenzuwirken, fordere
ver.di für alle Beschäftigten sechs Gesundheits- und Entlastungstage.
Außerdem sollen die Bankbeschäftigten die individuelle
Wahlmöglichkeit erhalten, die Gehaltssteigerung in mehr Freizeit
umzuwandeln.

Im Zuge einer sich durch die Digitalisierung ständig verändernden
Arbeitswelt fordert ver.di zudem einen verbindlichen Anspruch der
Beschäftigten auf Weiterbildung sowie eine entsprechende finanzielle
und zeitliche Unterstützung durch die Arbeitgeber.

Der ver.di-Verhandlungsführer forderte die Arbeitgeber auf, die gute
Arbeit der Beschäftigten anzuerkennen und in der nächsten Runde ein
verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.

ver.di fordert 6 Prozent mehr Gehalt, für Auszubildende eine Erhöhung
der Vergütungen um 100 Euro. Für Beschäftigte mit einer
übertariflichen Bezahlung will ver.di eine entsprechende
Dynamisierung der Gehälter durchsetzen.Die Laufzeit des
Tarifvertrages soll zwölf Monate betragen. Die nächste
Verhandlungsrunde findet am 6. März 2019 in Frankfurt/Main statt.



Foto: Christoph Meister / Copy Kay Herschelmann