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Foto Frank Bsirske

Tarif- und Besoldungsrunde der Länder - Bsirske: "Von einem Durchbruch sind wir meilenweit entfernt."

Freitag, den 8. Februar 2019


ver.di ruft zu Arbeitsniederlegungen auf



Auch die zweite Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst der 
Länder (TdL) ist in Potsdam ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Der 
ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske zog am 7. Februar 2019 eine 
ernüchternde Bilanz: "Wir sind in zentralen Fragen weit auseinander. 
Von einem Durchbruch sind wir meilenweit entfernt."

Nach wie vor lehnten die Arbeitgeber die Lohnforderung pauschal ab. 
Strukturelle Verbesserungen bei der Eingruppierung, die ebenfalls 
Gegenstand der Verhandlungen sind, wollten die Arbeitgeber zudem von 
den Beschäftigten an anderer Stelle voll gegenfinanziert bekommen. 
Kontrovers sei auch, ob und wie die Bedingungen im 
Krankenpflegebereich verbessert werden können, wo sowohl Beschäftigte
als auch Patienten dringend auf bessere Arbeits- und 
Entlohnungsbedingungen des Personals angewiesen seien. 

"Jetzt sind die Beschäftigten in den Betrieben gefordert, mit 
Arbeitsniederlegungen in den kommenden Wochen ein klares Signal an 
die Arbeitgeber zu geben," so Bsirske. Streiks seien unter anderem im
Bereich der Steuerverwaltung, an Unikliniken und im Bildungsbereich 
zu erwarten.

ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden im 
öffentlichen Dienst der Länder (ohne Hessen) Verbesserungen von 6 
Prozent, mindestens aber eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 200 
EUR sowie zusätzlich 300 EUR für die Pflegebeschäftigten. Ferner 
erwartet ver.di die Weiterentwicklung der Entgeltordnung verbunden 
mit strukturellen Verbesserungen in der Eingruppierung bei einer 
Laufzeit von zwölf Monaten. Für die Auszubildenden fordert ver.di 
eine Erhöhung der Vergütungen um 100 Euro und die Übernahme nach der 
Ausbildung. Das Tarifergebnis soll zudem zeit- und wirkungsgleich auf
die Beamtinnen und Beamten sowie auf die Versorgungsempfänger der 
Länder und Kommunen übertragen werden. Insgesamt sind von der Tarif- 
und Besoldungsrunde über 3,3 Millionen Menschen betroffen.

ver.di führt die Tarifverhandlungen als Verhandlungsführerin mit den 
DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU sowie in einer 
Verhandlungsgemeinschaft mit dem dbb beamtenbund und tarifunion. Die 
dritte Runde findet am 28. Februar/1. März 2019 ebenfalls in Potsdam 
statt.