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Magdeburg: Repair Café Nord sucht Mitstreiter mit Lust zum Reparieren

Magdeburg, 5. November 2018


Von Annett Szameitat

Ein DDR-Radiorecorder, verschiedene DDR-Kofferradios, DDR-Mixer, ein Videorecorder aus den 90ern, ein elektrischer Teppichkehrer – nach Nostalgie pur sieht es aus im Repair Café im Bürgerhaus Magdeburg     Kannenstieg. Es herrscht reger Kundenbetrieb – die junge Frau am Anmeldeplatz hat gut zu tun mit Reparaturannahme und -ausgabe. Gegenstände aller Art, schon in die Jahre gekommen, gehen über den Tisch - liebgewonnene Gebrauchsartikel mit kleinen Defekten, die auf eine zweite Chance hoffen können. Zufrieden packt eine Seniorin ihre reparierte Kaffeemaschine ein; ein paar Euros landen in der Spendenbüchse. 

Reparieren statt wegwerfen ist hier das Motto – und dies nicht auf kommerzieller, sondern ehrenamtlicher Basis. Seit März 2018 besteht das Repair Café Nord am Kannenstieg. Träger ist der deutsche Familienverband. Friedhelm Boese und Klaus-Peter Knittler reparieren hier all das, was reparabel ist - Haushaltsgegenstände, Elektrogeräte, Möbel, Fahrräder, PC-Technik. Ruheständler Friedhelm Boese hat Spaß an der Arbeit. „Jede Reparatur ist auch eine kleine Herausforderung.“ Dabei ist die eigentliche Dienstleistung für die Kunden umsonst; nur die Ersatzteile sind kostenpflichtig. Das Werkzeug stellt der Verband, wobei die Reparaturleistung auf Grund Raummangels meist zu Hause erfolgt. „Wir bemühen uns allerdings um Räumlichkeiten hier vor Ort“, so Tanja Solich vom Deutschen Familienverband. 

Die Reparaturzeit beträgt in der Regel zwei Wochen. In diesem Rhythmus, zweimal im Monat, ist auch das Repair Café geöffnet. Sollte die Reparatur  länger dauern, wird der Kunde telefonisch benachrichtigt. Ein Garantieanspruch ist allerdings ausgeschlossen. „Wir arbeiten sorgfältig und mit Sachkenntnis, aber nicht alles ist mehr reparabel“, betont Friedhelm Boese. Neben der Reparatur gebe es außerdem nützliche Tipps zur sachgemäßen Handhabung. 50 bis 60 Reparaturanliegen aller Art gab es seit der Eröffnung bereits. Zehn bis 12 Kunden kommen an den Öffnungstagen. 

Das Angebot werde sehr gut angenommen. Deshalb sind weitere ehrenamtliche Mitarbeiter mit Spaß an handwerklicher Tätigkeit und Freude am Tüfteln immer willkommen.

Neben dem Reparaturgedanken ist das Repair Café auch ein Ort um Kontakte zu knüpfen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Seit 2009 sind Repair Cafés weltweit vertreten. Anspruch ist der Gedanke der Nachhaltigkeit im Umgang mit den Ressourcen und die Möglichkeit vorhandenes Praxiswissen wertvoll einzusetzen. www.repaircafe.org/de


Die nächsten Öffnungstermine: 

7. und 21. November sowie am 19. Dezember von 15 bis 17 Uhr im Bürgerhaus im Kannenstieg, Johannes-R.-Becher-Str. 57, Tel.: (0391-99) 00 71 38

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Foto: Tanja Solich vom Deutschen Familienverband und Friedhelm Boese freuen sich über den regen Zuspruch im Repair Café. (c) Szameitat