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HKJL   berschlagssimulator

Helios Klinik Jerichower Land: Den Notfall geprobt und selbst erlebt

Mittwoch, den 31. Oktober 2018


Was sind typische Verletzungen bei einem Autounfall? Wie kann ich selbst Unfällen vorbeugen oder im Notfall richtig reagieren? Die Auszubildenden des Helios Bildungszentrums Burg trainierten erstmals den Ernstfall – um so auch bei Unfallopfern in der Klinik besser reagieren zu können. Ganz nebenbei lernten sie auch, dass Selbstüberschätzung, falsches Beurteilen der Situation und zu spätes Reagieren unfallträchtige Verhaltensweisen sind.

 

In Zusammenarbeit mit der Landesverkehrswacht Sachsen-Anhalt fand kürzlich der erste Verkehrssicherheitstag für die Auszubildenden des Helios Bildungszentrums Jerichower Land in Burg statt und war gleich ein voller Erfolg. Rund 60 Schüler des zweiten und dritten Lehrjahres probierten sich unter anderen an der Eigenrettung im Simulator und sammelten dabei interessante Erfahrungen.

 

Ein Überschlag mit dem Auto passiert nicht oft, doch für den Fall der Fälle sollten Fahrer und Beifahrer wissen, wie sie sich aus dem auf dem Dach liegenden Fahrzeug wieder befreien können. Dazu bedient sich die Kollegen der Landesverkehrswacht zum Teil spektakulärer Mittel und der Methode des erlebnisorientierten Lernens.

 

Mit Hilfe eines Überschlagsimulators konnten die Schüler ausprobieren, wie sie sich aus einem auf dem Dach liegenden Auto befreien. Der aus einem kompletten Fahrzeug bestehende Simulator drehte sich um seine Längsachse, während sich zahlreiche Schüler als Probanden zur Verfügung stellten." Die Schüler konnten darüber hinaus erleben, wie schwer es ist, sich selbst aus einem auf dem Dach liegenden Fahrzeug zu befreien. „Es kostete schon einige Überwindung in den Simulator einzusteigen“, meinten einige Schüler, trotzdem sei der Überschlagsimulator eine gute Erfahrung gewesen. Die Klinik ist zudem seit 2014 Kooperationspartner im regionalen Traumanetzwerk Sachsen-Anhalt Nord, die unfallträchtige Bundesautobahn A2 nur wenige Kilometer entfernt. Auch hier bot sich die Simulation an, um Erfahrungswerte zu sammeln, wie sich Unfallopfer fühlen und was typische Verletzungen sind. Denn: Auf dem Gurtschlitten spürten die Schülerinnen und Schüler selbst, mit welcher Wucht ihr Körper bei einem Zusammenstoß in den Sicherheitsgurt geschleudert und von ihm festgehalten wird. Angesichts der Tatsache, dass viele Anfänger "Gurtmuffel" sind und mit der Anschnallpflicht leger umgehen, dürfte diese Situation für manchen sicher eine lebensrettende Erfahrung sein. Die Übung soll zum Nachdenken anregen. Den Schülern wird so vor Augen gehalten, was passieren könnte, wenn sie sich zum Beispiel nicht angurten.

 

Im Bremssimulator analysierten die Trainer gleich mehrere Unfälle anhand realistischer Fallbeispiele mit dem Pkw. "Hier geht es meistens nur um Bruchteile von Sekunden", betonten die Trainer, welche den jungen Verkehrsteilnehmern vermittelten, stets bremsbereit sein zu müssen. Mit dem Bremssimulator konnten die Schüler ihre eigene Reaktionszeit in verschiedenen Situationen testen. "Um bedrohlichen und plötzlich auftretenden Gefahren aus dem Weg zu gehen, muss man jederzeit und zu jeder Gelegenheit sein Fahrzeug zum Stehen bekommen", wurden die Teilnehmer ermahnt.

 

Ebenfalls großer Beliebtheit erfreut sich auch der Fahrsimulator. Er zeigt, wie stark sowohl Sicht- als auch Reaktionsvermögen durch Alkoholkonsum eingeschränkt sind. Vorab wird reguliert, mit wie viel Promille man für den Test belastet. „Unterwegs“ tauchen dann Hindernisse auf, wie zum Beispiel Passanten, die plötzlich die Fahrbahn betreten.

 

Fotocredit: Helios Kliniken GmbH


Bild 1: Zwei Teilnehmer haben sich vom Überschlagsimulator auf den Kopf stellen lassen. Jetzt müssen sie zusehen, wie sie sich daraus wieder befreien können.


Bild 2: Schülerin Franziska Bieda  probiert sich im Fahrsimulator aus