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Helios Klinik Jerichower Land zu Wachstumsschmerzen – wenn das „Großwerden“ weh tut

14. August 2018


Der kindliche Wachstumsschmerz ist keine Krankheit sondern lediglich ein Symptom. Bis zu einem Drittel aller Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren leidet hin und wieder unter Wachstumsschmerzen.

 

Wachstumsschmerzen sind von Kind zu Kind unterschiedlich. „Vorwiegend nachts klagen die Kinder über brennende, ziehende oder klopfende Schmerzen in beiden Beinen oder Armen“, sagt Dr. med. Ulrich Schubert, Leitender Oberarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Helios Klinik Jerichower Land in Burg. Üblicherweise treten die Beschwerden am Tag nicht auf. Es wird vermutet, dass die Schmerzen durch das Überbeanspruchen der Muskulatur verursacht werden, zum Beispiel nach dem Spielen und Toben.

 

Typisch sind vor allen folgende Symptome:

·         Die Schmerzen können nicht genau lokalisiert werden.

·         Die Beschwerden machen sich abends oder nachts bemerkbar, hauptsächlich in den Waden, Kniekehlen, Schienbeinen oder an den Vorderseiten der Oberschenkel, nicht in den Gelenken.

·         Kinder beschreiben den Schmerz als stechend, brennend oder drückend.

·         Die Schmerzen sorgen für einen gestörten Nachtschlaf, verschwinden manchmal über Wochen oder Monate und kommen irgendwann wieder.

 

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Hinter vermeintlichen Wachstumsschmerzen kann sich selten auch eine ernsthafte Krankheit verbergen. Rheumatische Erkrankungen, Knochentumore, Knocheninfektionen oder unbemerkte Knochenverletzungen verursachen ähnliche Symptome. Warnzeichen sind einseitige, stark zunehmende Schmerzen oder auch überwärmte/geschwollene Gelenke. Ist das Kind  ungewöhnlich blass, hat Fieberschübe oder die Schmerzen dauern länger an und bilden sich nicht zurück, sollte dies Anlass für einen Kinderarztbesuch sein.

 

Was hilft?

„Wenn sich Ihr Kind über nächtliche „Wachstumsschmerzen“ beklagt, sollten Sie sich liebevoll um es kümmern. Oft hilft es, wenn Sie es ein bisschen in den Arm nehmen und trösten“, rät Dr. Schubert betroffenen Eltern. „Diese Ablenkung sorgt dafür, dass der Schmerz in den Hintergrund rückt. Wärme oder Kälte werden von Kind zu Kind als sehr unterschiedlich empfunden. Am besten probieren Sie aus, was Ihrem Kind gut tut. Als Wärmespender ist eine Bettflasche sehr gut geeignet. Gut helfen auch Massagen, welche die Durchblutung anregen. Medikamente sollten bitte nur in Rücksprache mit dem Kinderarzt eingesetzt werden“, fügt er abschließend hinzu.


 

Bildunterschrift 1: Wachstumsschmerzen können zwar wehtun, sind aber dennoch kein Grund zur Sorge

Fotocredit: unsplash | jordan-whitt


 

Bildunterschrift 2: Dr. med. Ulrich Schubert, Leitender Oberarzt der Klinik für Kinder und Jugendmedizin, Helios Klinik Jerichower Land

Fotocredit: Helios Kliniken | Thomas Oberländer